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Themenblätter im Unterricht Nr. 17
Horizontale Reiter Inhalt Für manche sind Religionen die großen „Brandstifter“ der Weltgeschichte, andere betonen ihr großes Friedenspotenzial. Die Arbeitsblätter machen deutlich, dass fast alle großen Religionen zu allen Zeiten zum Guten gebraucht und zum Schlechten missbraucht wurden − und wie ähnlich sie sich in ihren Grundsätzen sind. Am Beispiel des Nahost-Konflikts soll analysiert werden, wie eng religiöse und nichtreligöse Argumente und Vorurteile (auf beiden Seiten) verknüpft werden. Im vierseitigen Lehrerteil wird religiöser Fundamentalismus im Christentum, im Islam und anderen Religionen vorgestellt und die Friedenfähigkeit aller Religionen sowie das schwierige Verhältnis des Islams zum Westen beleuchtet.
Autor/Herausgeber: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.) Stephan Schlensog
Einordnung Themen: Frieden Zivile Konfliktbearbeitung Schlagwort: Frieden/Friedenspolitik Gewalt/Gewaltfreiheit Internationale Politik Konfliktbewältigung/ zivile Konfliktbearbeitung Konflikte/ Kriege Menschenrechte Unterrichtsfach: Ethik Gemeinschaftskunde Gesellschaftslehre Politik Religion Sozialkunde Sozialwissenschaften Klassenstufe: 9. Klasse 10. Klasse 11. Klasse Verwendbarkeit: Unterrichts(doppel)stunde Unterrichtseinheit (ab 3 Stunden) Vertretungsstunde
Eignung Inhaltlich-konzeptuelle Bewertung: Bewertungskriterien
1.1
Sachanalyse und Konzeption
Die Sachanalyse behandelt einen Konflikt/ein Thema mehrdimensional, d.h. sie berücksichtigt jeweils die individuelle, gesellschaftliche und politische Ebene, zeigt Interdependenzen verschiedener Bereiche auf und fördert so vernetztes Denken.
Ebenen: historisch, religiös, individuelle Ebene wird in den Aufgaben bedacht
Das Material hat eine schlüssige thematische Konzeption (Unterrichtseinheiten bauen aufeinander auf/nehmen aufeinander Bezug, die wesentlichen Aspekte des Themas werden behandelt, Aufgaben beziehen sich auf die dargestellten Materialien …)
Einstieg mit israelisch-palästinensischem Konflikt ist voraussetzungsreich, da hier kaum Sachwissen über den Konflikthintergrund vermittelt wird.
Aufgaben teilweise etwas unklar bzw. nur mit einigem Input durch die Lehrkraft lösbar.
Informationen auf den Lehrerseiten stehen z.T. nicht in Bezug zu den Arbeitsblättern
Friedenspädagogische Bewertung: Bewertungskriterien
1.2
Werthaltung/Moral und (Friedens-) Ethik
Darstellung bezieht sich auf friedensfördernde Werte wie Gewaltlosigkeit und Menschenrechte
ja
Material fördert die Auseinandersetzung mit moralischen Dilemmata* und stellt dabei in den Vordergrund:
Kritische Reflexion militärischer Einsätze
Möglichkeiten/Beispiele ziviler Konfliktbearbeitung
Handlungsoptionen (zivil und militärisch, mit ihren jeweiligen potenz. Auswirkungen)
* hier besonders: auf individueller, gesellschaftlicher, politischer Ebene, siehe Sachanalyse
Schwierigkeiten der Konfliktlösung werden am Beispiel des israelisch-palästinensischen Konflikts veranschaulicht
Mögliche Interessen der Material-Verfasser werden deutlich gemacht (Transparenz).
ja
Stimmen die Inhalte des Materials mit den Zielsetzungen des Projekts überein?
ja
Methodisch-didaktische Bewertung: Bewertungskriterien
2.1
Didaktische Prinzipien
(beispielhaft nach den Bildungsstandards Gemeinschaftskunde für Gymnasien Baden-Württemberg: www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/Bildungsstandards/Gym/Gym_Gk_bs.pdf , sowie Wolfgang Sander: https://studienseminar.rlp.de/fileadmin/user_upload/studienseminar.rlp.de/bb-nr/Praktika/Sander_Didaktische_Prinzipien.pdf
(enger Bezug zur politischen Aktualität und zu den jeweiligen Konflikten und Problemen, erkennbarer „Problemgehalt“ des Themas/der Fragestellung)
ja
(Anknüpfen an vorhandenen Kenntnissen, Fähigkeiten, Interessen, Orientierungen der Schüler)
Ja, in den Aufgaben
(Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Interessen, Sichtweisen und wissenschaftlichen Standpunkten; Fragestellungen sind so ausgewählt und strukturiert, dass Gegensätzlichkeit und Konfliktpotenzial erkennbar werden → Berücksichtigung des Beutelsbacher Konsenses*)
Leitgedanke der politischen Bildung, entwickelt 1976 auf einer Tagung der baden-württembergischen Landeszentrale für politische Bildung. Kernprinzipien: 1. Überwältigungsverbot, 2. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen, 3. Eigene Meinungsbildung wird gefördert.
Ja, israelisch-palästinensischer Konflikt wird kontrovers dargestellt
(anhand konkreter Einzelbeispiele können verallgemeinerbare Erkenntnisse gewonnen werden)
Ja, Konflikt Israel-Palästina
(„Lernen durch Tun“ → Produktorientierung; Schüler bekommen in den Aufgaben methodisch vielfältige Gelegenheiten zu einem aktiv-handelnden Umgang mit dem Thema; sie erkennen und nutzen Möglichkeiten der Teilhabe)
ja
2.2
Lernziele/Kompetenzorientierung
(die genannten Kompetenzen beziehen sich beispielhaft auf den Bildungsplan für Baden-Württemberg, www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/Sonstiges/Einfuehrung_BP.pdf
Die Lernziele des Materials werden genannt
nein
Die Lernziele/Kompetenzen entsprechen den Anforderungen der Lehrpläne zum Thema
Lehrplanbezüge: Nahostkonflikt, Goldene Regel in den Religionen, Weltreligionen
Die Materialien und Lernprozesse fördern
Methodenkompetenz
Urteilskompetenz
Handlungskompetenz* sowie
soziale/personale Kompetenz**
* hier besonders: Handlungsoptionen für zivile Konfliktbearbeitung erkennen
** hier besonders: Fähigkeit zu Empathie und Perspektivenwechsel, Konfliktfähigkeit, Kooperation und selbstgesteuerte Lernprozesse
Eingeschränkt (zusätzliche Wissensvermittlung nötig)
Rollenspiel, Wandzeitung, Diskussion
Nach zusätzlicher Wissensvermittlung möglich
Einige handlungsorientierte Aufgaben
ja
Das didaktische Vorgehen wird erklärt
nein
2.3
Nachhaltige Lernprozesse/Vielfalt der Lernformen und -zugänge
Die Materialien machen Vorschläge für verschiedene Lernformen (z.B. Projektarbeit, Gruppenarbeit)
ja
Die Materialien sprechen unterschiedliche Lerntypen an (visuell, auditiv …)
nein
Die Materialien arbeiten mit einem ganzheitlichen Ansatz (kognitives und emotionales Lernen)
Ja
Binnendifferenzierung: Die Materialien ermöglichen eigene Lernwege und bieten z.B. Vertiefungen an.
Eigene Lernwege werden ermöglicht, kein Vertiefungsangebot
Bewertungskriterien
Aufbau, Vorbereitungsintensität und Layout
Material besteht aus Informationsteilen und gesonderten Arbeitsblättern
Ja, Lehrer- und Schülerblätter
Je nach Vorkenntnis des Konflikts ca. 20 min.
Texte werden durch Illustrationen, Schaubilder u.ä. ergänzt.
ja
Layout ist klar und übersichtlich
ja