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Gewaltprävention durch Entwicklungszusammenarbeit?
Misereor Lehrerforum Nr. 85
Horizontale Reiter Inhalt Ist Entwicklungsarbeit auch Friedensarbeit? Und wenn ja, dann wie, wodurch und wann?
Dieses Lehrerforum soll − für Schüler der Sekundarstufe II− verdeutlichen, wie in der Entwicklungszusammenarbeit Kenntnisse und Erfahrungen der Friedensarbeit in die tägliche Praxis umgesetzt werden. Das „Lehrerforum“ ist die Zeitschrift von MISEREOR für Lehrerinnen und Lehrer. Sie erscheint viermal im Jahr kostenlos und informiert über Themen des Globalen Lernens, bietet Anregungen für die Unterrichtsgestaltung und verweist auf Arbeitshilfen und Internetadressen. Einsatz nur geeignet bei recht hohem Vorwissen der Schüler zum Thema.
Autor/Herausgeber: Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V. (Hrsg.)
Einordnung Themen: Frieden Zivile Konfliktbearbeitung Schlagwort: Entwicklungspolitik/-zusammenarbeit Frieden/Friedenspolitik Gewalt/Gewaltfreiheit Konfliktbewältigung/ zivile Konfliktbearbeitung Menschenrechte Unterrichtsfach: Ethik Gemeinschaftskunde Gesellschaftslehre Politik Religion Sozialwissenschaften Verwendbarkeit: Unterrichts(doppel)stunde Unterrichtseinheit (ab 3 Stunden)
Eignung Inhaltlich-konzeptuelle Bewertung: Bewertungskriterien
1.1
Sachanalyse und Konzeption
Die Sachanalyse behandelt einen Konflikt/ein Thema mehrdimensional, d.h. sie berücksichtigt jeweils die individuelle, gesellschaftliche und politische Ebene, zeigt Interdependenzen verschiedener Bereiche auf und fördert so vernetztes Denken.
Ebene der Entwicklungszusammenarbeit, verschiedene Akteursebenen werden berücksichtigt (insg. eher abstrakt)
Das Material hat eine schlüssige thematische Konzeption (Unterrichtseinheiten bauen aufeinander auf/nehmen aufeinander Bezug, die wesentlichen Aspekte des Themas werden behandelt, Aufgaben beziehen sich auf die dargestellten Materialien …)
Konzeption wird nicht vorgestellt, Lernziele sind eher unklar; am Ende zwei Seiten zu einem anderen Thema (Weltethos und Bergpredigt, geeignet für den Religionsunterricht)
Texte teilweise recht voraussetzungsreich
Friedenspädagogische Bewertung: Bewertungskriterien
1.2
Werthaltung/Moral und (Friedens-) Ethik
Darstellung bezieht sich auf friedensfördernde Werte wie Gewaltlosigkeit und Menschenrechte
ja
Material fördert die Auseinandersetzung mit moralischen Dilemmata* und stellt dabei in den Vordergrund:
Kritische Reflexion militärischer Einsätze
Möglichkeiten/Beispiele ziviler Konfliktbearbeitung
Handlungsoptionen (zivil und militärisch, mit ihren jeweiligen potenz. Auswirkungen)
* hier besonders: auf individueller, gesellschaftlicher, politischer Ebene, siehe Sachanalyse
Ja, zentrales Thema sind Handlungsfelder und Beispiele ziviler Konfliktbearbeitung in der EZ
Mögliche Interessen der Material-Verfasser werden deutlich gemacht (Transparenz).
Material nimmt die Perspektive von MISEREOR ein
Stimmen die Inhalte des Materials mit den Zielsetzungen des Projekts überein?
ja
Methodisch-didaktische Bewertung: Bewertungskriterien
2.1
Didaktische Prinzipien
(beispielhaft nach den Bildungsstandards Gemeinschaftskunde für Gymnasien Baden-Württemberg: www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/Bildungsstandards/Gym/Gym_Gk_bs.pdf , sowie Wolfgang Sander: https://studienseminar.rlp.de/fileadmin/user_upload/studienseminar.rlp.de/bb-nr/Praktika/Sander_Didaktische_Prinzipien.pdf
(enger Bezug zur politischen Aktualität und zu den jeweiligen Konflikten und Problemen, erkennbarer „Problemgehalt“ des Themas/der Fragestellung)
Abgesehen vom Titel fehlen konkrete Leitfragen, Texte sind eher deskriptiv
(Anknüpfen an vorhandenen Kenntnissen, Fähigkeiten, Interessen, Orientierungen der Schüler)
nein
(Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Interessen, Sichtweisen und wissenschaftlichen Standpunkten; Fragestellungen sind so ausgewählt und strukturiert, dass Gegensätzlichkeit und Konfliktpotenzial erkennbar werden → Berücksichtigung des Beutelsbacher Konsenses*)
Leitgedanke der politischen Bildung, entwickelt 1976 auf einer Tagung der baden-württembergischen Landeszentrale für politische Bildung. Kernprinzipien: 1. Überwältigungsverbot, 2. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen, 3. Eigene Meinungsbildung wird gefördert.
Im Ansatz beim Thema „Do no harm“
(anhand konkreter Einzelbeispiele können verallgemeinerbare Erkenntnisse gewonnen werden)
ja
(„Lernen durch Tun“ → Produktorientierung; Schüler bekommen in den Aufgaben methodisch vielfältige Gelegenheiten zu einem aktiv-handelnden Umgang mit dem Thema; sie erkennen und nutzen Möglichkeiten der Teilhabe)
Wenige handlungsorientierte Aufgaben
2.2
Lernziele/Kompetenzorientierung
(die genannten Kompetenzen beziehen sich beispielhaft auf den Bildungsplan für Baden-Württemberg, www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/Sonstiges/Einfuehrung_BP.pdf
Die Lernziele des Materials werden genannt
nein
Die Lernziele/Kompetenzen entsprechen den Anforderungen der Lehrpläne zum Thema
Lehrplanbezüge: Entwicklungszusammenarbeit, Weltethos
Die Materialien und Lernprozesse fördern
Sachkompetenz
Methodenkompetenz
Urteilskompetenz
Handlungskompetenz* sowie
soziale/personale Kompetenz**
* hier besonders: Handlungsoptionen für zivile Konfliktbearbeitung erkennen
** hier besonders: Fähigkeit zu Empathie und Perspektivenwechsel, Konfliktfähigkeit, Kooperation und selbstgesteuerte Lernprozesse
Ja
Eingeschränkt (Textanalyse, Mind Map, Pro/Contra-Debatte)
ja
wenige handlungsorientierte Aufgaben
nein
Das didaktische Vorgehen wird erklärt
nein
2.3
Nachhaltige Lernprozesse/Vielfalt der Lernformen und -zugänge
Die Materialien machen Vorschläge für verschiedene Lernformen (z.B. Projektarbeit, Gruppenarbeit)
Gruppen- und Einzelarbeit
Die Materialien sprechen unterschiedliche Lerntypen an (visuell, auditiv …)
nein
Die Materialien arbeiten mit einem ganzheitlichen Ansatz (kognitives und emotionales Lernen)
Ausschließlich kognitiver Ansatz
Binnendifferenzierung: Die Materialien ermöglichen eigene Lernwege und bieten z.B. Vertiefungen an.
nein
Bewertungskriterien
Aufbau, Vorbereitungsintensität und Layout
Material besteht aus Informationsteilen und gesonderten Arbeitsblättern
nein
Je nach Vorwissen der Lehrkraft für das gesamte Heft ca. 30 min.
Texte werden durch Illustrationen, Schaubilder u.ä. ergänzt.
ja
Layout ist klar und übersichtlich
ja