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Gewalt - um Gottes willen?
Horizontale Reiter Inhalt Es geht in dem Heft der Reihe Religion betrifft uns des Verlags Bergmoser und Höller um Krieg und Frieden in der Bibel, in der (Kirchen-)Geschichte und allgemein, also das ganz große Themenspektrum der Friedensbildung. Es ist aber in der Didaktik subtil tendenziös, weil es vor allem Quellen der Soldatenseelsorge als Quellen der generellen christlichen Ethik benutzt. Zum Beispiel bleibt eine Kontroverse über Militärinterventionen in dem sehr engen Rahmen zwischen „hinnehmbar“ und „gerechtfertigt“. Auch in der Methodik wirkt das ziemlich text- und kognitionslastig.
Einordnung Klassenstufe: 10. Klasse 11. Klasse 12. Klasse Verwendbarkeit: Unterrichtseinheit (ab 3 Stunden)
Eignung Inhaltlich-konzeptuelle Bewertung: Bewertungskriterien
Das Thema des Materials bezieht sich auf Fragen von Frieden, Krieg oder Gewalt auf allen Ebenen.
Es geht um Krieg und Frieden, in der Bibel, in der Geschichte und allgemein, also das ganze und genaue Themenspektrum der Friedensbildung.
Das Material behandelt einen Konflikt/ein Thema mehrdimensional, berücksichtigt die individuelle, soziale und politische Ebene, zeigt Interdependenzen verschiedener Ebenen auf.
Da es um die Ethik des Friedens geht, werden natürlich Fragen des Gewissens und Fragen der Gesellschaft verbunden.
Das Material hat eine schlüssige thematische Konzeption, die Unterrichtsstunden bauen aufeinander auf/nehmen aufeinander Bezug.
Für ein religionspädagogisches Material angemessen wird das Thema von den biblischen über die (kirchen-)geschichtlichen zu den ethischen Aspekten entwickelt.
Die fachlich wesentlichen Aspekte des Themas werden behandelt.
Der Krieg wird aus allen theologischen Perspektiven betrachtet, doch neben einem Abschnitt über „Kreuzzüge“ in der Geschichte wäre auch einer z.B. über „Friedenskirchen“ sinnvoll gewesen.
Friedenspädagogische Bewertung: Bewertungskriterien
Das Material bezieht sich vorrangig auf die Werte des Friedens, der Gewaltlosigkeit und der Achtung der Menschenwürde.
Obwohl der Frieden als klares Ziel gesehen wird, wird eine mögliche Entsprechung von Frieden und Gewaltlosigkeit weitgehend verdrängt.
Es fördert die Auseinandersetzung mit moralischen Dilemmata und stellt dabei in den Vordergrund:
Kritische Reflexion von Militär und Gewalt
Optionen ziviler und gewaltloser Konfliktbearbeitung.
Und obwohl der abstrakte ethische Konflikt zwischen Friedens-Ziel und Kriegs-Mittel im Zentrum steht, obwohl M. Kaßmann („Nichts ist gut in Afghanistan“) und sogar D. Sölle („Selig sind die Friedensstifter“) zitiert werden, bleiben Kritik und Alternativen unkonkret.
Die möglichen Interessen der Material-Verfasser werden deutlich gemacht (Transparenz).
Der Autor ist Lehrer im Ruhestand für katholische Religion.
Das Material bezieht sich auf die allgemein-didaktischen Prinzipien
Problemorientierung
Schülerorientierung
Handlungsorientierung
Beispielhaftigkeit.
Die Problemorientierung ist durch die Fragestellung gegeben, doch die Schülerorientierung und Handlungsorientierung v.a. im Abschnitt zum „Krieg in der Bibel“, doch auch im Abschnitt zum „Krieg heute“ (ohne Bezug zu Wehrpflicht oder Soldatenberuf) bleibt fraglich.
Es bezieht sich auf die fach-didaktischen Prinzipien des Beutelsbacher Konsenses
Verbot der Indoktrination
Gebot der Kontroversität
Förderung von eigenen Interessen .
Das Material ist nicht indoktrinierend, doch subtil tendenziös, weil es vor allem Quellen der Soldatenseelsorge benutzt, besonders des früheren Militärdekans U. v. d. Steinen (von H. Scheffler in einer Rezension als „auf die militärische Lösung zugespitzt“ und „polemisch“ bezeichnet). Die Quellen sind auch teils kontrovers, doch in dem sehr engen Rahmen zwischen „hinnehmbaren“ (N. Schneider) und „gerechtfertigten“ Interventionen (T. de Maizière).
Die Lernziele des Materials werden genannt und erklärt.
Ja
Die Lernziele/Kompetenzen entsprechen den (Fach-)Lehrplänen zum Thema.
Ja
Die Materialien fördern Lernziele ganzheitlich (kognitiv, affektiv und psychomotorisch) sowie
Sachkompetenz
Methodenkompetenz
Urteilskompetenz
Handlungskompetenz
soziale/personale Kompetenz.
In einer Checkliste werden eventuelle Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenzen angegeben, doch letztere finden sich im Verlauf nicht wieder wie auch soziale oder personale Kompetenzen. Es ist ebenso fraglich, ob die genannten Urteilskompetenzen ([nur] „gerechter Frieden“ kritisch bewerten) genügen und die Methodenkompetenzen (mit dem Internet Pazifisten vorstellen) mit dem Material realisiert werden.
Methodisch-didaktische Bewertung: Bewertungskriterien
Lernformen und -phasen werden genannt und erklärt.
Ja, in einem Verlaufsplan
Die Materialien bieten verschiedene Lernformen an (z.B. Partnerarbeit, Gruppenarbeit; Präsentation, Diskussion; Perspektivwechsel, Dilemmaszenario…).
Ja, aber außer einer amerikanischen Debatte nicht spezifisch friedenspädagogisch
Die Materialien gliedern sich in verschiedene Lernphasen (z.B. Einstieg, Erarbeitung, Ergebnissicherung…).
Ja, im Verlaufsplan
Die Materialien ermöglichen verschiedene Lernwege und z.B. Vertiefungen.
Teilweise
Es wird gesagt, für welche Lerngruppe das einsetzbar ist (Primarstufe, Sekundarstufe I/II; Jahrgang…).
Nein
Es wird gesagt, für welche Lernzeit das geeignet ist (Unterrichts-Stunde, -Tag, -Woche…).
Nein
Bewertungskriterien
Das Material besteht aus und unterscheidet zwischen Teilen für LehrerInnen und für SchülerInnen.
Ja
Die LehrerInnen-Teile unterscheiden zwischen Thematischem, Didaktischem und Methodischem.
Teilweise
Die SchülerInnen-Teile bieten unterschiedliche Lernzugänge:
Die Medien sind nicht nur Printmedien, sondern auch z.B. visuelle, auditive und/oder Onlinemedien.
Meist nur Texte (oder Tabellen)
Der Umfang der LehrerInnen-Teile entspricht dem der SchülerInnen-Teile.
Ja
Die Medien sind einfach verfügbar.
Ja
Die Printmedien sind nicht nur Texte, sondern auch z.B. Illustrationen, Grafiken und/oder Fotos.
Nur zwei OHP-Folien.
Die Printmedien bieten bzw. unterscheiden zwischen Arbeitsinhalt und -aufgabe.
Ja
Die Gestaltung ist übersichtlich und benutzerfreundlich.
Ja, bis auf die Folien schwarz/weiß