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Horizontale Reiter Inhalt Das Schulbuch stellt zwar auch die Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union dar, sieht aber Europapolitik eher als Innen- und Wirtschaftspolitik. Und es hinterfragt zwar diese EU-Militärpolitik, zieht aber kaum eine Verbindung von der friedensbezogenen Politik im Innern zu der in den auswärtigen Beziehungen. Methodische und mediale Gestaltung erscheinen zwar umfassend, doch teilweise oberflächlich.
Einordnung Schlagwort: Bundeswehr/Militär Entwicklungspolitik/-zusammenarbeit Internationale Politik Konflikte/ Kriege Menschenrechte Sicherheitspolitik Völkerrecht Unterrichtsfach: Gemeinschaftskunde Politik Sozialkunde Klassenstufe: 10. Klasse 11. Klasse 12. Klasse Verwendbarkeit: Unterrichtseinheit (ab 3 Stunden)
Eignung Inhaltlich-konzeptuelle Bewertung: Bewertungskriterien
Das Thema des Materials bezieht sich auf Fragen von Frieden, Krieg oder Gewalt auf allen Ebenen.
Der Band „Europa“ ist einer von sieben Themenbänden „Politik und Wirtschaft“ für die gymnasiale Oberstufe – neben den üblichen Einführungen zur Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Vertiefungen zur Wirtschafts- und Sozialpolitik ist es der einzige (außer dem zur Globalisierung), der Themen der (Außen-)Sicherheitspolitik behandelt.
Das Material behandelt einen Konflikt/ein Thema mehrdimensional, berücksichtigt die individuelle, soziale und politische Ebene, zeigt Interdependenzen verschiedener Ebenen auf.
Dies geschieht in den Bereichen Einwanderungs-, Innere Sicherheits-, Menschenrechts- und Wirtschaftspolitik, doch kaum im persönlichen Bereich. Im Abschnitt Rechtspolitik wird als Beispiel zur Gleichberechtigungspolitik der Dienst von Frauen an der Waffe thematisiert, im Abschnitt Innenpolitik bei der Antiterrorpolitik der Konflikt zwischen kollektiver Sicherheit und individueller Freiheit (mit einem Text von Rolf Gössner).
Das Material hat eine schlüssige thematische Konzeption, die Unterrichtsstunden bauen aufeinander auf/nehmen aufeinander Bezug.
Die Abschnitte des Bandes handeln alle wichtigen Grundlagen und Politikbereiche der Europäischen Union ab. Einige Abschnitten wiederholen vieles wie die zur EU-Währungs- und Entwicklungspolitik.
Die fachlich wesentlichen Aspekte des Themas werden behandelt.
Sie gehen aber kaum auf die Unterscheidung zwischen Europa und Europäischer Union, d.h. auf die Beziehung zwischen EU- und Nicht-EU-Staaten ein. Vor allem die Beziehung zu Russland wird nicht ausreichend beachtet bzw. vernachlässigt. Die EU-Institutionen werden verständlich dargestellt.
Friedenspädagogische Bewertung: Bewertungskriterien
Das Material bezieht sich vorrangig auf die Werte des Friedens, der Gewaltlosigkeit und der Achtung der Menschenwürde.
Es gibt kaum explizite Wertbezogenheit, nur einen implizit positiven Bezug besonders auf Menschenwürde, Demokratie u.a. Werte im Abschnitt Menschenrechtspolitik, doch weder explizit noch implizit einen Bezug auf Gewaltlosigkeit.
Es fördert die Auseinandersetzung mit moralischen Dilemmata und stellt dabei in den Vordergrund:
Kritische Reflexion von Militär und Gewalt
Optionen ziviler und gewaltloser Konfliktbearbeitung.
Zwar wird die EU-Militärpolitik kritisch reflektiert (z.B. in kontroversen Texten von www.friedensgutachten.de und www.ag-friedensforschung.de ), doch selbst hier werden keine zivilen Alternativen thematisiert. Der Abschnitt zur EU-Außenwirtschaftspolitik hinterfragt wenig. Doch die EU als „Friedenskontinent“ und Friedensnobelpreisträger wird problematisiert.
Das Material bezieht sich auf die allgemein-didaktischen Prinzipien
Problemorientierung
Schülerorientierung
Handlungsorientierung
Beispielhaftigkeit.
Die Problemorientierung zeigt sich schon darin, dass alle Überschriften als Fragen formuliert werden, die Handlungsorientierung drückt sich darin aus, dass großer Wert auf produktive Methoden gelegt wird. Beispielhaftigkeit und Anschaulichkeit wird nur in manchen Abschnitten deutlich (z.B. EU-Erweiterung), in manchen jedoch nicht – teils aus sachlichen Gründen (z.B. EU-Finanzen), teils ohne gute Gründe (z.B. EU-Institutionen). Orientierung auf die Situation der SchülerInnen kommt nur sehr selten vor (z.B. „EU-Raum des Rechts“).
Es bezieht sich auf die fach-didaktischen Prinzipien des Beutelsbacher Konsenses
Verbot der Indoktrination
Gebot der Kontroversität
Förderung von eigenen Interessen.
Das Prinzip der Kontroversität wird in vielen Abschnitten stark gemacht, methodisch u.a. bei Pro-Kontra-Debatten, thematisch u.a. bei der EU-Immigrationspolitik und beim möglichen Beitritt der Türkei. Das Prinzip der Nicht-Indoktrination kann auch als gegeben gesehen werden. Doch das Prinzip der Orientierung an den Interessen der SchülerInnen kommt klar zu kurz.
Die Lernziele des Materials werden genannt und erklärt.
Die Lernziele werden nicht explizit genannt, entsprechen jedoch den Fragen aus den „Kompetenzchecks“ (Aufgaben zur Ergebnissicherung am Ende jedes Abschnitts).
Die Lernziele/Kompetenzen entsprechen den (Fach-)Lehrplänen zum Thema.
Ja, wie bei allen offiziell akzeptierten Schulbüchern.
Die Materialien fördern Lernziele ganzheitlich (kognitiv, affektiv und psychomotorisch) sowie
Sachkompetenz
Methodenkompetenz
Urteilskompetenz
Handlungskompetenz
soziale/personale Kompetenz.
Die genannten Komepetenzchecks umfassen immer Sach- und Urteilsfragen und beziehen häufig die vorgestellten Methoden mit ein. Diese Methodik vermittelt manchmal auch eine Handlungs- bzw. Sozial- und Selbstkompetenz (z.B. Informations- und Kommunikationskompetenz wie Recherche oder Präsentation). Eine gesellschaftlich-politische Handlungskompetenz im engeren Sinn kommt auch zu kurz.
Methodisch-didaktische Bewertung: Bewertungskriterien
Lernformen und -phasen werden genannt und erklärt.
Es werden fast keine Interaktionsformen und Phasen angegeben.
Die Materialien bieten verschiedene Lernformen an (z.B. Partnerarbeit, Gruppenarbeit; Präsentation, Diskussion; Perspektivwechsel, Dilemmaszenario…).
Auch in diesem Schulbuch wird die übliche Bandbreite der Fachmethodik benutzt. Diese wird jedoch getrennt von den Themen vorgestellt und scheint nicht ordentlich strukturiert (Impulsreferat neben Referat, Sach- und Werturteile neben Politischen Urteilen, Arbeit mit Texten neben Analyse von Texten). Auch die einzige Methode, die mit einem Thema verbunden wird, nämlich Szenarien zur EU-Zukunft, verwirrt dadurch, dass in der Übersicht noch fünf und in den Ausführungen nur vier Szenarien dargestellt werden.
Die Materialien gliedern sich in verschiedene Lernphasen (z.B. Einstieg, Erarbeitung, Ergebnissicherung…).
Nur am Anfang jedes Abschnitts werden Bildeinstiegsseiten und am Ende Kompetenzchecks angeboten.
Die Materialien ermöglichen verschiedene Lernwege und z.B. Vertiefungen.
Eine Modularisierung, die verschiedene Auswahlen oder Reihenfolgen der Abschnitte ermöglicht, ist nicht vorgesehen; es handelt sich makromethodisch generell um Lehrgänge.
Es wird gesagt, für welche Lerngruppe das einsetzbar ist (Primarstufe, Sekundarstufe I/II; Jahrgang…).
Der Band ist für die Sekundarstufe II, v.a. für die Qualifikationsphase gedacht und geeignet.
Es wird gesagt, für welche Lernzeit das geeignet ist (Unterrichts-Stunde, -Tag, -Woche…).
Er umfasst die Inhalte einer (langen) Unterrichtsreihe oder eines (kurzen) Unterrichtshalbjahres.
Bewertungskriterien
Die SchülerInnen-Teile bieten unterschiedliche Lernzugänge:
Die Medien sind nicht nur Printmedien, sondern auch z.B. visuelle, auditive und/oder Onlinemedien.
Der Band bietet wie üblich v.a. Texte, Fotos, Karikaturen, Diagramme und Internetadressen.
Die Medien sind einfach verfügbar.
Die Internetadressen werden mit letztem Zugriffszeitpunkt angegeben und sind leicht überprüfbar.
Die Printmedien sind nicht nur Texte, sondern auch z.B. Illustrationen, Grafiken und/oder Fotos.
Die Diagramme sind meist übersichtlich, doch die Fotos meist klein und manchmal wenig aussagekräftig.
Die Printmedien bieten bzw. unterscheiden zwischen Arbeitsinhalt und -aufgabe.
Jeder Abschnitt enthält besondere Materialien und Aufgaben.
Die Gestaltung ist übersichtlich und benutzerfreundlich.
Das Buch hat wie üblich ein klares Layout und wichtige Anmerkungen in der Randspalte.