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Religionspädagogische Hefte, Nr. 3/2006
Horizontale Reiter Inhalt In Fortführung der RPH-Ausgabe „Nein zum Krieg“ (RPH B 2002 Nr. 1) stellt dieses Heft neue Materialien und Impulse zum Thema „Krieg und Frieden“ vor. Gewalt unterbrechen und damit lebensfreundliche Perspektiven in den Blick nehmen – diese Idee wird in vier Kapiteln aufgegriffen und an den Beispielen des Weihnachtsfriedens im Ersten Weltkrieg, der Olympischen Waffenruhe und dem Freiwilligen Sozialen Jahr veranschaulicht.
Autor/Herausgeber: Evangelische Kirche der Pfalz (Hrsg.)
Einordnung Schlagwort: Frieden/Friedenspolitik Gewalt/Gewaltfreiheit Konflikte/ Kriege Verwendbarkeit: Unterrichts(doppel)stunde Unterrichtseinheit (ab 3 Stunden)
Eignung Inhaltlich-konzeptuelle Bewertung: Bewertungskriterien
1.1
Sachanalyse und Konzeption
Die Sachanalyse behandelt einen Konflikt/ein Thema mehrdimensional, d.h. sie berücksichtigt jeweils die individuelle, gesellschaftliche und politische Ebene, zeigt Interdependenzen verschiedener Bereiche auf und fördert so vernetztes Denken.
Individuelle Ebene und kirchliche Perspektiven stehen im Vordergrund, der politische und gesellschaftliche Rahmen wird weniger deutlich.
Das Material hat eine schlüssige thematische Konzeption (Unterrichtseinheiten bauen aufeinander auf/nehmen aufeinander Bezug, die wesentlichen Aspekte des Themas werden behandelt, Aufgaben beziehen sich auf die dargestellten Materialien …)
Texte und Aufgaben haben ein teilweise recht unterschiedliches Anforderungsniveau
Texte sind teilweise sehr lang und thematisch etwas redundant
Aufgaben erfordern teilweise ausschließliche Rechercheleistungen der Schüler
Friedenspädagogische Bewertung: Bewertungskriterien
1.2
Werthaltung/Moral und (Friedens-) Ethik
Darstellung bezieht sich auf friedensfördernde Werte wie Gewaltlosigkeit und Menschenrechte
ja
Material fördert die Auseinandersetzung mit moralischen Dilemmata* und stellt dabei in den Vordergrund:
Kritische Reflexion militärischer Einsätze
Möglichkeiten/Beispiele ziviler Konfliktbearbeitung
Handlungsoptionen (zivil und militärisch, mit ihren jeweiligen potenz. Auswirkungen)
* hier besonders: auf individueller, gesellschaftlicher, politischer Ebene, siehe Sachanalyse
Ja, kriegerische Einsätze werden sehr kritisch hinterfragt
Mögliche Interessen der Material-Verfasser werden deutlich gemacht (Transparenz).
ja
Stimmen die Inhalte des Materials mit den Zielsetzungen des Projekts überein?
ja
Methodisch-didaktische Bewertung: Bewertungskriterien
2.1
Didaktische Prinzipien
(beispielhaft nach den Bildungsstandards Gemeinschaftskunde für Gymnasien Baden-Württemberg: www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/Bildungsstandards/Gym/Gym_Gk_bs.pdf , sowie Wolfgang Sander: https://studienseminar.rlp.de/fileadmin/user_upload/studienseminar.rlp.de/bb-nr/Praktika/Sander_Didaktische_Prinzipien.pdf
(enger Bezug zur politischen Aktualität und zu den jeweiligen Konflikten und Problemen, erkennbarer „Problemgehalt“ des Themas/der Fragestellung)
Keine übergeordneten Leit-/Problemfragen
(Anknüpfen an vorhandenen Kenntnissen, Fähigkeiten, Interessen, Orientierungen der Schüler)
Texte teilweise zu lang, Schüler müssen sich zu einigen Themen selbst viel Spezialwissen erarbeiten durch eigene Recherchen.
(Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Interessen, Sichtweisen und wissenschaftlichen Standpunkten; Fragestellungen sind so ausgewählt und strukturiert, dass Gegensätzlichkeit und Konfliktpotenzial erkennbar werden → Berücksichtigung des Beutelsbacher Konsenses*)
Leitgedanke der politischen Bildung, entwickelt 1976 auf einer Tagung der baden-württembergischen Landeszentrale für politische Bildung. Kernprinzipien: 1. Überwältigungsverbot, 2. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen, 3. Eigene Meinungsbildung wird gefördert.
Materialien sind grundsätzlich weniger auf Kontroversen als auf Schilderungen von Kriegserfahrungen angelegt.
(anhand konkreter Einzelbeispiele können verallgemeinerbare Erkenntnisse gewonnen werden)
Ja, Weihnachtsfrieden 1914
(„Lernen durch Tun“ → Produktorientierung; Schüler bekommen in den Aufgaben methodisch vielfältige Gelegenheiten zu einem aktiv-handelnden Umgang mit dem Thema; sie erkennen und nutzen Möglichkeiten der Teilhabe)
Einige handlungsorientierte Aufgaben, Vorstellung des FSJ
2.2
Lernziele/Kompetenzorientierung
(die genannten Kompetenzen beziehen sich beispielhaft auf den Bildungsplan für Baden-Württemberg, www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/Sonstiges/Einfuehrung_BP.pdf
Die Lernziele des Materials werden genannt
Konfrontation der Schüler mit Kriegserfahrungen und dem Zeitgeist des frühen 20. Jh.
Gespür für Friedensmöglichkeiten entwickeln
Die Lernziele/Kompetenzen entsprechen den Anforderungen der Lehrpläne zum Thema
Lehrplanbezug: Erster Weltkrieg; ansonsten eher lehrplanferne Lernziele und Thematik
Die Materialien und Lernprozesse fördern
Sachkompetenz
Methodenkompetenz
Urteilskompetenz
Handlungskompetenz* sowie
soziale/personale Kompetenz**
* hier besonders: Handlungsoptionen für zivile Konfliktbearbeitung erkennen
** hier besonders: Fähigkeit zu Empathie und Perspektivenwechsel, Konfliktfähigkeit, Kooperation und selbstgesteuerte Lernprozesse
ja
Bildanalyse, Mindmap, Plakatgestaltung
Schwerpunktmäßig auf Deskription und Wiedergabe angelegte Aufgaben
Wenige handlungsorientierte Aufgaben
nein
Das didaktische Vorgehen wird erklärt
Nein
2.3
Nachhaltige Lernprozesse/Vielfalt der Lernformen und -zugänge
Die Materialien machen Vorschläge für verschiedene Lernformen (z.B. Projektarbeit, Gruppenarbeit)
Einzel- und wenig Partnerarbeit
Die Materialien sprechen unterschiedliche Lerntypen an (visuell, auditiv …)
Bild- und Filmanalyse
Die Materialien arbeiten mit einem ganzheitlichen Ansatz (kognitives und emotionales Lernen)
Eher kognitiver Zugang
Binnendifferenzierung: Die Materialien ermöglichen eigene Lernwege und bieten z.B. Vertiefungen an.
kaum
Bewertungskriterien
Aufbau, Vorbereitungsintensität und Layout
Material besteht aus Informationsteilen und gesonderten Arbeitsblättern
Ausschließlich Arbeitsmaterialien
Je nach Themenkenntnis ca. 10-20 min pro Kapitel
Texte werden durch Illustrationen, Schaubilder u.ä. ergänzt.
ja
Layout ist klar und übersichtlich
ja